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Wir mögen das gedruckte Medium. Wir mögen Papier. Und wir finden, dass sich auf keine Weise Gedanken, Listen, Träume besser festhalten lassen als mit dem Stift auf Papier. Dieser Umschlag, dieses Heft soll euch Platz geben für ebendiese.

Ihr findet den Umschlag im Zine, könnt das Tutorial aber auch mit jedem dickeren Papier, welches euch gefällt, umsetzen. Und wenn es Ergebnisse gibt, freuen wir uns natürlich über Bilder.

Reisen



Kosmopolitismus (von griechisch κόσμος kósmos‚ Weltordnung, Ordnung, Welt‘ und πολίτης polítis‚ Bürger), auch Weltbürgertum, ist eine philosophisch-politische Ideologie, die den ganzen Erdkreis als Heimat betrachtet. [sagt Wikipedia]

Hin und wieder wird uns die Stadt zu klein. Wir lesen posts von Leuten, die in der Weltgeschichte herumgondeln, sind neidisch und denken an das Gefühl von Sonne, die die Haut wärmt und den Klang fremder Sprachen. Dies könnte einem durchaus den Tag versauen, weil man stattdessen ein Buch schreiben oder Menschenleben retten muss. Doch Freunde des Weltbürgertums. Rettung naht:

Dem Fernweh kann Abhilfe geschaffen werden!

Mit der transparenten Heimat-Karte wird jeder Ort, sei er noch so klein oder provinziell, jedes Foto
und jeder Wohnungsgrundriss mit sofortiger Wirkung globalisiert und ebenso legitim zum Individualkosmos erklärt. Dazu dem Zine die Konturkarte entnehmen, deckungsgleich auf eine Unterlage eigener Wahl legen, nach guter alter Grundschulmanier eine/n Stadt Land Fluss aussuchen und mit einer Stecknadel durch das Transparentpapier auf die Unterlage pieksen.

Hier das vollständige how-to in 12 Schritten:

1. Sich davon beeindrucken lassen, wie nah Kathmandu, Kyushu und Seattle auf einmal erscheinen,  wenn man diese einfach auf den eigenen U-Bahn- Fahrplan überträgt

2. Hinfahren, -radeln oder –laufen

3. Sich auf dem Weg mittels autogenem Trainings in Reisestimmung begeben

4. Dazu diesen Song hören 

5. Ankommen

6. Ein Foto machen und unter Angabe des besuchten Ortes und der aktuellen Umgebung an heimat.magazin@gmail.com schicken

7. Als Weltbürger fühlen

8. Postkarten verschicken, auf denen unnützes Zeug wie das Wetter und landestypisches Essen thematisiert werden ODER

9. Im Vorfeld gern einen Satz in der Landessprache des Ortes, den man besucht, auswendig lernen und dort dann wild in der Gegend herumschreien ODER

10. Ein Getränk zu sich nehmen

(je nachdem, ob man travel style-technisch eher den Prestige-Zeigefreudigen, den Globetrotter oder Hedonisten gibt)

11. Langsam schon wieder auf zu Hause freuen 

12. (Und darüber, dass man dorthin nicht lange braucht und weder Koffer schleppen, Jetlag kompensieren noch dröge Souvenirs erstehen muss)

Erklärt eure Umgebung zu eurer eigenen Welt. Macht sie euch vertraut und vertraut euch gleichermaßen auch ihr an. Flaniert, bleibt stehen und lasst passieren. Und liefert euch nie wieder hilflos der Sehnsucht nach dem weit weit weg aus.

Inspiriert von Baudelaires Flaneur/Passante und latourex. Danke, BMW.

Fotos: Heimat Zine